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Historie:

Was würde der Pfarrer Karl Umehof, der Gründer des St. Johannis-Zweigvereins, zu unserem Logo sagen?

Als er am 28.12.1929 unseren Verein ins Leben rief , konnte ersich sicher nicht vorstellen, dass heute kaum eine Institution, ein Verein oder sogar die Kirchengemeinden ohne Logo auskommen können. Für ihn ging es vor allem darum, einen Nachfolger für den Verein für Krankenpflege, gegründet 1898 durch seinen Vorgänger Pfarrer Schweinfest, zu finden.

Trotz des Besitzes eines Schwesternwohnheims in der Freundstr. 2, von Pfarrer Schweinfest privat errichtet und dem Verein 1917 geschenkt, war dieser durch die Nachkriegswirren in Schwierigkeiten gekommen.

Der St. Johannis-Zweigverein Aschaffenburg-Schweinheim übernahm alle Aufgaben, Rechte und Pflichten und Pfarrer Umenhof gelang es, den Verein auf eine sehr breite Basis in der Bevölkerung zu stellen. Die ganz alten Schweinheimer erinnern sich sicher noch gut an die regelmäßige
Beitragszahlung die meist Sammlerinnen als sogenanntes „Krankenschwestergeld“ bei ihnen abholten.

Ab April 1929 übertrug die politische Gemeinde Schweinheim auch die Verantwortung für den Kindergartenbetrieb an den Verein. Die Mädchenschule in der Aschaffenburger Str., in den Nachkriegsjahren das Gasthaus „Linde“ einige Meter weiter und ab 1952 ein kompletter Neubau in der Gutwerkstraße (damals der schönste Kindergarten der Stadt), waren Anlaufpunkte für Generationen von Schweinheimer Kindern.

Ab 1972 kam dann noch der Kindergarten im neuen Gemeindezentrum dazu.

Parallel dazu war auch die ambulante Krankenpflege in der Freundstraße (Schwesternhaus) und eine Handarbeitsschule im Gebäude des neuen Kindergartens in der Gutwerkstraße Aufgaben des Vereins.
Dies alles zu realisieren war aber nur möglich, weil sowohl Kindergarten als auch Krankenpflege in der Obhut der „Armen Schulschwestern“ waren und über viele Jahre selbstlos von den Mitgliedern des Konvents geleitet wurden. Viele Bewohner unseres Stadtteiles haben kein Problem Namen von Schwestern zu nennen, bei denen sie im Kindergarten waren oder denen sie manche Heilung kleiner Wehwehchen verdanken.

Aber schon ab 1970 wurde deutlich, dass in den kommenden Jahren wohl grosse Veränderungen auf die Kindergarten- und Sozialarbeit in Schweinheim zu kommen werden. Die Schwesternstation in der Freundstraße wurde 1972 aufgegeben und von der Caritas-Sozialstation abgelöst. Zunehmend wurde auch absehbar, dass sich der Konvent der “Armen Schulschwestern” aus den Kindergärten zurückziehen wird.
Die gesellschaftspolitischen Änderungen waren gerade auf dem Sektor der Kindererziehung sehr deutlich geworden und verlangten neue Angebote und Strukturen. Kinderkrippe, gezielte Vorschulerziehung und Nachmittagsbetreuung für Schulkinder, daran hat der in vielen Dingen sehr weit denkende Pfarrer Umenhof sicher nicht denken können.  Auch auf dem Felde der Sozialarbeit entstanden neue Erfordernisse, die sich der Verein zum Anliegen gemacht hat. Dazu kam, dass die Vereinsstruktur mit dem Gemeindepfarrer als ersten Vorsitzenden nicht mehr tragbar war. Die vielfältigen neuen Aufgabenbereiche erforderten auch neue Sachkompetenzen.

Diesen Aufgaben stellte sich der St. Johannis-Zweigverein in den letzten Jahren.

Seit 1994 ist der Vorsitzende nicht mehr der Ortspfarrer sondern ein mehrköpfiger Vorstand, bestehend aus sachkompetenten Personen auf allen erforderlichen Gebieten.

Konnten einige Veränderungen im Bereich Kindergartenarbeit zunächst noch gemeinsam mit den Schwestern auf den Weg gebracht werden, so zog sich Orden 2003 ganz aus Schweinheim zurück.
Die erzielten Mittel aus dem Verkauf des Hauses in der Freundstraße wurden in ein Projekt für soziales, seniorengerechtes Wohnen, gemeinsam mit der städtischen Wohnungsbaugesellschaft, investiert. (Hensbachstr. 4)
Auch ist es eine Herausforderung die einstmals breite Basis der Mitgliedschaften (1994: 545) wieder zu erreichen.
Nach einem Tiefpunkt von ca. 200 sind wir heute wieder bei 275 angelangt und freuen uns sehr darüber, dass unsere Mitglieder einen sehr repräsentativen Schnitt durch die Bevölkerungsstruktur darstellen. Lange in Schweinheim ansässige Familien zählen genauso zum Kreis wie junge zugezogene Ehepaare mit Kindern.

Wenn sie in Zukunft nun das Logo des Johannis-Zweigvereines sehen, erinnert es vielleicht an manche Leistung  der Vergangenheit aber auch an die Aufgaben der Zukunft.

Für den St. Johannis-Zweigverein Aschaffenburg-Schweinheim
Samini05 

Konrad Sauer